Azraela, Kind der Nacht
Nun durchwandert sie die Nacht, von unstillbarem Hunger, Wut und auch Trauer getrieben. Sie fühlt sich verloren und gefangen in einer Welt, die ihre Seele zu verschlingen droht. Tagsüber kommt sie zwar zur Ruhe und kann neue Kraft für die nächste zerstörerische Nacht tanken, aber dieser ständige Kampf hat sie müde gemacht.
Ich glaubte der Liebe, die du mir versprochen,
habe mit alldem vertrauten gebrochen.
Ließ zurück meine Welt, mein ganzes Leben,
nur um dir meine Seele zu geben.
Doch deine Worte, sie waren nur Trug,
meine Liebe, sie war nicht genug.
Das Licht tief in mir wolltest du haben,
dich an meinen Schmerzen laben.
Doch gerechnet mit innerer Stärke hattest du nicht,
die mit aller Macht den Bann von dir bricht.
Ein Stück meiner Seele ging dabei zugrunde,
hinterließ eine klaffende Wunde,
die mich nun treibt durch Zeit und Raum,
gefangen im tiefdunklen Traum.
Unstillbarer Hunger, ich kann ihm nicht entfliehen,
während wilde Gedanken durch meine Inneres ziehen.
Noch hab ich die Kraft aufzubegehren,
mich mit aller Macht dagegen zu wehren.
Doch wie lang kann ich der Dunkelheit widerstehen?
Wann erlieg' ich dem lautlosen Flehen,
welches mich droht zu überrollen, zu verschlingen?
Wann wird mich dein Fluch niederringen?
Ein Kind der Nacht, für alle Zeit.
Aus meinem Auge fließt eine Träne der Hoffnungslosigkeit.

