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The Evolution of Lost Shadowlands
- die geflügelten varigen - das erwachen -
In einer Welt, in der Hell und Dunkel nebeneinander existieren, ja oft sogar ineinander übergehen, lebte einst die junge Varigea Hilja. Nun war es jedoch so, dass sie sich von den anderen ihrer Art unterschied, denn sie war mit Flügeln geboren worden. Warum das geschehen war, konnte zwar niemand mit Sicherheit sagen, aber man vermutete, dass ihre Mutter während der Schwangerschaft mit einem Fluch belegt worden war.


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Eigentlich sollte sie sich der Dunkelheit zugehörig fühlen. In der Lichtwelt hätte sie ihre Varigen-Zähne zwar verbergen können, ihre Flügel jedoch nicht. Die Blicke, die man ihr deswegen zuwarf, waren ihr zuwider. Selbst in der Welt, in der sie geboren worden war, galt sie als Außenseiterin. Denn, entgegen aller Überzeugungen und Mythen, hatten Varigenkeine sichtbaren Flügel. Diese Flügel, so schön und majestätisch sie auch sein mochten, waren eine konstante Erinnerung an ihre Andersartigkeit.
Mit jedem neuen Tag wuchs ihre innere Zerrissenheit ein wenig mehr, sie zog sich langsam immer weiter in sich selbst zurück. Die ständig nagende Frage, ob sie jemals irgendwohin gehören würde, ließ sie nicht los. Auf der Suche nach Frieden und einem Ort, an dem sie sich verstecken konnte, begann sie, die verborgenen Bereiche des Labyrinths unter dem Friedhof zu erkunden. Die kühlen, dunklen, abgelegenen Regionen der Katakomben boten ihr die Isolation, die sie suchte. Weit weg von den neugierigen Blicken und dem Urteil der Welt oberhalb und der Ablehnung ihres eigenen Volkes, fühlte sie sich dort unten sicherer. Doch die Einsamkeit lastete schwer auf ihrem Herzen.

Eines Nachts, nachdem sie sich bereits einen ganzen Monat in den verborgenen Labyrinthen unter der Stadt aufhielt, hatte sie einen Traum. In völliger Finsternis erschien eine hell leuchtende, pulsierende Kugel, aus der flüsternde Worte erklangen: "Ich sehe, dass du dich verloren hast, sowohl in der Welt als auch in deinem Herzen. Du gehörst weder ganz zur Dunkelheit noch ganz zum Licht. Deine Flügel sind ein Zeichen deiner Einzigartigkeit, doch das ist nichts Schlimmes. Du musst lernen, sie zu akzeptieren und deine innere Stärke zu finden. Nur dann wirst du deine Gefühle nicht mehr als negativ betrachten und die vermeintlich abwertenden Blicke nicht mehr wahrnehmen."

Als sie am nächsten Morgen aufwachte, dachte sie lange über diese Worte nach, und ihr wurde bewusst, dass nicht die Flügel selbst das Problem waren, sondern ihre eigene Art, mit ihnen umzugehen. Die verborgenen Bereiche des alten Labyrinths, die ihr so lange als Zuflucht gedient hatten, erschienen ihr plötzlich einengend und viel zu dunkel. Mit der Vision der Lichtkugel im Herzen und neu gefundenem Mut bereitete sie sich darauf vor, der Welt erneut gegenüberzutreten, nicht mehr als das verängstigte, junge Wesen, das seine Flügel verstecken musste, sondern als stolze Trägerin ihrer Einzigartigkeit, die bereit war, ihren Platz zwischen Licht und Dunkelheit zu finden.

Durch ihr neu gewonnenes Selbstbewusstsein wurde sie schließlich als vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft akzeptiert, und ihre Nachfahren, die alle mit Flügeln geboren wurden, bildeten eine neue Gruppe von Varigen, den Valinaten.
Anmerkung: Valinati setzt sich aus dem V der Varigen und den lateinischen Wurzeln alatus (geflügelt) und natus (geboren) zusammen und ist somit ein Hybridwort. Wörtlich bedeutet der Name: „die geflügelt Geborenen“.
Singular neutral: ein Valinati, Singular männlich: der Valinati, Singular weiblich: die Valinati, Plural: die Valinaten