John Ronald Reuel Tolkien

Zeitreise durch Mittelerde


Da mein Tolkien-Bereich vor Ewigkeiten entstand, kann ich nicht sagen, ob meine zeitlichen Angaben stimmen und wo genau ich sie her habe. Ich weiß nur, ich habe viel Zeit investiert um das alles zusammen zutragen. So habe ich für mich persönlich aber zumindest ein gewisses Verständnis für die Zeitgeschichte Ardas erlangt.


Tolkien hat mit seinen Werken rund um Mittelerde eine komplexe Welt geschaffen, die ihre eigen Geschichte und eigene Zeit hat. Die verschiedenen Zeitalter werden nach chronologischen Ereignissen aufgeteilt und nach bestimmten Ereignissen benannt, die zu der Zeit stattfanden. Hier habe ich nun versucht ein wenig Überblick von den verschieden Epochen der Zeit zu vermitteln - angefangen von der Vorgeschichte, bis hin zu der Zeit, wo langsam alles verblasste und in Vergessenheit geriet.


Die 8 Epochen
1. Zeitalter der Schöpfung Ardas (1-5.000)
2. Zeitalter der Leuchten (5.000-10.000)
3. Zeitalter der Bäume I - Zeitalter der Dunkelheit (10.000-20.000)
4. Zeitalter der Bäume II - Zeitalter der Sterne (20.000-30.000)
5. Das erste Zeitalter der Sonne (30.000-30.601)
6. Das zweite Zeitalter der Sonne (30.601-34.042)
7. Das dritte Zeitalter der Sonne (34.042-37.063)
8. Das vierte Zeitalter der Sonne (37.063-40.000)


1. Schöpfung Ardas - Die Welt erwacht zum Leben
Es herrschte absolute Leere, nur Eru (Illuvatar), der eine existierte. Dann erschuf er durch seine Gedanken die Ainur (Heilige). Er leerte sie die Musik und nachdem sie gelernt hatten im Einklang zu singen, sangen sie ein wunderschönes Lied, welches die Welt (Eä) erschuf und das Erscheinen der Elben und Menschen, der sog. Kinder Illuvatars ankündigte.

Die Ainur unterschieden sich in zwei Gruppen, die Valar (Die Mächtigen) und die Maiar (Die Helfer). 15 Valar und ihre Helfer stiegen auf Arda (Die Erde) hernieder um sie zu formen und für die Elben und Menschen vorzubereiten. Sie mussten sich jedoch verpflichten ihre Kräfte auf Arda zu beschränken und dort zu bleiben bis das Ende der Welt kommt. Doch bald kam er auf Erda zu einem Machtkampf. Melkor (später Morgoth) wollte die Macht für sich und arbeitete gegen seine Brüder und Schwestern. Es entstand eine Welt voller Gegensätze.

Letzlich zog Melkor mit seine Anhängern in den tiefen Norden, wo er in eine unterirdische Festung hauste. Die anderen Valar und Maiar gingen in den Westen nach Aman. Nur in der Mitte, da lag ein Land, in dem beide Seiten gemeinsam noch ihren Einfluss hatten.... Mittelerde (Endor).


2. Zeitalter der Leuchten - Frühling in Arda
Die Valar gründeten auf einen der neuen Kontinente ein idyllisches Reich, auf der Insel Almaren (Gesegnetes Land) im großen See, der den Mittelpunkt Ardas darstellte. Melkor zog sich in den Norden zurück, errichtete sein schwarzes Reich Utumno in den von ihm erschaffenen Eisbergen. Von dort aus vergiftete er das Werk der Valar. Da das Land der Valar in Dunkelheut lag, stellten Aulë, der Schmied, zwei Leuchten her, Varda und Manwe füllten sie mit Licht aus. Die eine (Illuin/Nordleuchte) wurde im Norden inmitten des Binnenmeeres Helcar und die andere (Ormal/Südleuchte) im Süden des Landes mitten auf der Insel Ringil aufgestellt. Yavanna, die Spenderin der Früchte, begann Wälder, Wiesen und Tiere zu erschaffen. Zeit des Frühlings war in Arda angebrochen.

Doch Melkor führte ein zweites Mal Krieg mit den anderen Valar, er stürzte die Leuchten um und zerstörte Almaren durch ein Feuer, welches von ihm entfacht wurde. Es brachen Erdbeben aus, Berge stürzten ein.

Yavanna überzog die von ihr geschaffenen Dinge mit dem "Schlaf Yavannas", damit sie die Zerstörung überstanden und die Valar flohen in den Westen, nach Aman, wo sie Valinor, ihr neues Königreich, aufbauten. Mittelerde wurde Melkor überlassen.


3. Zeitalter der Bäume I - Dunkelheit über Mittelerde
Nachdem Melkor die Säulen umstürzte, zogen die Valar nach Westen auf den Kontinent Aman und gründeten Valinor. Aber es herrschte Dunkelheit. Darum Yavanna erschuf daraufhin die Bäume des Lichts: Laurelin der Goldene und Telperion der Weiße. Sie waren die höchsten, die es je gab und erfüllten die Unsterblichen Lande von Aman mit ihrem Glanz. Die Zählung der Zeit in Tagen begann und in Aman herrschten die "Jahre der Glückseeligkeit". Manwe erschafft die Adler, Yavanna die Ents (Zeitpunkt umstritten) und Aule die Zwerge.

Doch durch die Pelóri-Bergen, welches die Valar zum Schutz vor Melkon errichtet hatten, erreichte das Leuchten der Bäume weder Mittelerde noch den Rest von Arda. Deshalb sprach man dort vom Zeitalter der Dunkelheit.
Melkor herrschte von Utumno aus über ganz Mittelerde, und errichtete weiter im Norden eine zweite Festung, Angband. Sie stand unter dem Befehl seines Dieners Sauron und befand sich unterirdisch in den Ered Engrin. Ausserdem züchtete er viele böse Wesen, wie zum Beispiel Balrogs, Fledermäuse, Geflügelte Untiere, Drachen, Riesenspinnen und Werwölfe.


4. Zeitalter der Bäume II - Sterne über Mittelerde
Varda entfachte aus dem Tau Telperion´s die Sterne und breitete sie über Mittelerde aus. Somit brach dort die Zeit der Sterne an. Die Eldar erwachten am Cuiviénen zum Leben. Nachdem Orome die Elben gefunden hatte, brachte er sie nach Valinor. Sie gründeten auf Mittelerde und in Eldamar in den Unsterblichen Landen neuen Königreiche und erschufen die Silmaril.
Auch die Zwerge begannen ihr Leben in Mittelerde. Sie errichten sich ihr eigenes Reich unter der Erde, Khazad-dûm.

Melkor verfolgte die Elben und züchtet Orks und Trolle. Der Krieg des Zorns begann, in welchem die Valar Utumno zerstörten und Melkor von Tulkas, dem Tapferen (auch der Starke genannt), gefangen genommen wurde. Mit der Kette Angainor gefesselt, wurde er nach Valinor gebracht und zu einer Haft in Mandos' Hallen verurteilt.

Es folgte der lange Friede von Arda. Die Olvar und Kelvar (Tier- und Pflanzenwelt) wurden von Yavanna erschaffen und aus den Elben wurden ein mächtiges Volk. Viele von ihnen gingen nach Valinor und bildeten auf dem Weg dorthin mehrere Rassen und Stämme. Die Zwerge gründeten in den Ered Luin die Reiche Belegost und Nogrod. Als die größten Meister der Bildhauerkunst gingen sie in die Geschichte ein. Sie bauten die Hallen von Menegroth und freundeten sich mit den dort lebenden Elben an.

Doch Melkor erhob sich abermals. Als er vor Manwë gebracht wurde um seine Fehler zu bereuen, täuschte er diese vor und gelobte Besserung. Er wurde freigelassen. Mit Hilfe von Ungolianth, einer Spinne, zerstörte er die Bäume des Lichtes und raubte die Silmaril. Fortan wurde er nur noch Morgoth genannt, der Juwelenkrieg begann und der große Friede Arda´s und das Zeitalter der Bäume hatten ein Ende.


5. Zeitalter der Sonne I - Die Menschen
Nachdem das Land durch die Zerstörung der Bäume wieder in Dunkelheit lag, erschufen Yavanna und Nienna den Mond (Isil) und die Sonne (Anar) aus zwei geretteten Früchten. Sie erhellten die Unsterblichen Lande und Mittelerde. Dadurch erwachten die Zweitgeborenen, die Menschen. Dies geschah in Hildorien, im Osten Mittelerdes. Sie waren anders als die Elbar und konnten sich gut ihrer Umgebung und den Veränderungen der Welt anpassen und vermehrten sich schnell. Mit der Zeit  verbünde-ten sich die Stämme der Menschen mit den Elben, um sie im Krieg gegen Morgoth zu unterstützen, den sie führten, um die Silmaril zurück zu gewinnen.

Die Elben belagerten Morgoth in Angbandvier Jahrhunderte lang. In dieser Zeit wurden seine Untiere, Orks, Trolle und Balrogs immer stärker und vollkommener und er züchtete die Drachen. Er konnte den Belagerungsring durchbrechen und die Armeen der Elben und Menschen zurückdrängten. Im Laufe der nächsten Jahre verwüstete die Elbenreiche. Doch die Elben gaben den Kampf um die Silmaril nicht auf. Als es keine andere Möglichkeit mehr gab, die Herrschaft Morgoths zu beenden, kamen die Valar, zerstörten Angband und verstoßen Morgoth in die Dunkelheit.


6. Zeitalter der Sonne II - Sauron's Untergang
Beleriand wurde vom Meer verschlungen, es entstand eine neue Insel, Númenoroder oder Westernis genannt, die zwischen den Unsterblichen Landen und Mittelerde lag. Auf ihr gründete das mächtigste Menschenvolk von Arda ein neues Reich. Die Überlebenden der Elben sammelten sich in Lindon, im Westen von Eriador. In Mittelerde entstanden Reiche der Waldelben.

Sauron, inzwischen Morgoth Nachfolger, errichtete im Osten von Mittelerde im Lande Mordor Barad-dûr. Er wollte die Welt beherrschen. Mit Hilfe einer Verkleidung schaffte er es, dass die Elben die Ringe der Macht schmiedeten. Heimlich fertigte er den einen Meisterring, der die anderen beherrschen sollte. Aber die Elben brachten ihre drei Ringe vor ihm in Sicherheit. Sein Plan war gescheitert, er überzog die Elben mit Krieg. Die Númenorer halfen den Elben, Sauron ergab sich und wurde auf der Insel in einem Kerker gefangen gehalten. Es gelang ihm die Könige der Númenorer zu überreden gegen die Valar zu kämpfen. Daraufhin veranlasste Ilúvatar, ihre Bestrafung und den Untergang der Insel. Die Welt verändert sich: Die flache Erde wurde zu einer Kugel und die Unsterblichen Lande wurden den Sphären der Welt entrückt.

Die Númenórer, welche sich nicht gegen die Valar gestellt hatten, gründeten im Norden und Süden Mittelerdes die Königreiche Gondor und Arnor. Sauron, der durch die Kraft des Einen Ringes überlebte, griff Gondor an, eroberte Minas Ithil und verbrannte den Weißen Baum, der als Zeichen der Königswürde stand. Elben und Menschen schlossen ein letztes Bündnis. In der abschließenden Schlacht gelang es Isildur, der nun König von Gondor war, den Einen Ring von Saurons Hand zu schneiden - der Dunkle Herrscher fiel.


7. Zeitalter der Sonne III - Gondor und Arnor
Die runde Welt der Sterblichen war für immer von den Unsterblichen Landen getrennt. Nur die Zauberschiffe der Elben hatten weiter Zugang zu ihnen. Isildur behielt den Einen Ring für sich und verlor sein Leben bei einen Überfall der Orks westlich des Grünwald. Der Eine Ring ging verloren. Die Jahre vergingen.

Ein unbekannter Schatten des Bösen legte sich auf den Grünwald. Er wurde in Düsterwald umbenannt. Die Hobbits siedelten sich in Eriador an, aber sie blieben unter sich. Die Istari, von den Valar gesendet, kam nach Mittelerde um den Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Saruman und Gandalf waren die bedeutendsten unter ihnen. Man nahm inzwischen an, dass die böse Macht, die über Düsterwald liegt, von einen Nazgûl stamme. Aber es war Sauron, der im Geheimen zurück gekehrt war.
Es folgten Jahrhunderte mit Krieg, Streit und Pest. Der Führer der Nazgûl, der Hexenkönig von Angmar, wollte Arnor vernichten, er führte Krieg und schließlich gelang es ihm. Das Land war für die Menschen verloren. Eine Pest suchte das Königreich Gondor heim, Saurons Werk. Und er herrschte auch aus anderen Gründen Unfrieden. Gondor war geschwächt, Saurons Macht wuchs. Zwischenzeitig besetzte der Hexenmeister von Angmar Minas Ithil und benannte es in Minas Morgul um.

Der Ringkrieg beginnt und endet mit dem völligen Sieg über Sauron und der Vernichtung des Ringes. Der rechtmäßige Erbe Elendils, Elessar bestieg den Thron und Arnor und Gondor waren wieder vereint. Die letzten Elbenfürsten verließen Mittelerde.


8. Zeitalter der Sonne IV - Nach dem Ringkrieg (Der Herr der Ringe)
Dieses Zeitalter war der Beginn der Welt, die nach dem Ringkrieg folgt. Die meisten Elben und die Ringträger verließen Mittelerde und zogen sich in die unsterblichen Lande nach Westen zurück. Die Menschen übernahmen endgültig die Herrschaft in Mittelerde. Für die Elben brach der Lebenswinter an. In Bruchtal lebten nur noch einige, in Lórien weilten auch nur noch wenige Elben. Von den Hochelben waren nur noch zwei übrig. Die Waldelben im Nördlichen Düsterwald und in Ithilien waren die einzigen größeren Elbenvölker. Die Zwerge siedelten weiter im Erebor, in den Eisenbergen und in den Glitzernden Grotten von Aglarond an. Die Ents verblieben zurückgezogen im Fangorn und im Tal von Isengard, doch ihr Ende war besiegelt, da es keine Nachkommen gab.

Die Erde begann sich um die Sonne zu drehen. Mittelerde, seine Völker und seine Geschichten voller Magie und Fantasie gerät nach und nach in Vergessenheit.