Die Legende von Avalon

die sagenumwobene tafelrunde


Die erste Schilderung der Tafelrunde stammt aus dem «roman de brut» von Wace, enstanden zwischen 1155 und 1160:

"....Dort saßen seine Vasallen alle in demselben ritterlichen Rang und ohne Abstufung voneinander; ganz gleich saßen sie bei Tisch, und alle wurden in gleicher Weise bedient; niemand unter ihnen konnte sich rühmen, einen besseren Platz innezuhaben als ein ihm Ebenbürtiger, alle saßen in dem Kreis, und keiner abseits...."

Es galt in alten Zeiten als Privileg in der Nähe des Königs zu sitzen, aus diesem Grund kam es immer wieder zu Streitigkeiten. Jeder wollte an dem langen Tisch, an dem der König und seine Ritter ihre Mahlzeiten zu sich zunehmen pflegten, möglichst dicht beim König, also nahe am Ende der Tafel sitzen. Vor allem die älteren oder besonders vornehmen Ritter beanspruchten die begehrten Plätze. Die anderen, die ans untere Ende verbannt wurden, fühlten sich dadurch beschämt. Arthur versuchte es damit, dass die Ritter ihre Plätze abwechselten, aber auch dieser Versuch brachte keine Ruhe ein. So kam es, das schließlich drei Menschen eine Lösung des Problems fanden. Der Zauberer Merlin, Artus Schwiegervater (König Lodegrance) und der ein fremder Zimmermann hatten die selbe Idee: Ein runder Tisch, an dem sich alle Ritter setzen könnten, ohne dass einer einen Vorrang über die anderen hätte. Arthur fand diesen Einfall gut und beauftragte den Tischler einen solchen Tisch zu zimmern. Als er in die Festhalle gebracht wurde waren sofort alle Streitigkeiten vergessen. Statt dessen entstand ein brüderliches Gefühl füreinander, so dass sie sich selbst stolz als die Ritter vom runden Tisch bezeichneten. So war die Tafelrunde entstanden....

Aber es gab doch einen besonderen Platz an der Tafel. Es war der so genannte "Gefährliche Sitz". Er war für den Ritter bestimmt, der sich auf die Suche nach dem Heiligen Gral machen wollte.

In einer anderen Erzählung aus dem 15. Jahrhundert wird die Herkunft der Tafelrunde so erzählt: Artus bekam den Tisch, samt 100 Rittern, von König Lodegrance von Cameliard, der Vater seiner Frau Ginevra, als Hochzeitsgeschenk. Lodegrance hatte diesen Tisch von Artus Vater, Uther Pendragon, erhalten. 150 Rittern sollte an dem Tisch Platz haben.


ritter der tafelrunde

In den verschiedenen Erzählungen der Artus-Sage variiert die Anzahl der Ritter, die am runden Tisch Artus Platz fanden stark. Französische Texte des 13. Jahrhunderts sprechen von 150, 240, 366 und gar von 1600 zugehörigen Rittern. In der Neuzeit zufolge zählte die Tafelrunde des König Artus zwölf Ritter oder sechzehn Ritter.

Im Winchester Castle, eine teilweise erhaltene, mittelalterliche Burg in der englischen Grafschaft Hampshire, befindet sich eine runde Tischtafel, die jahrhundertelang als die authentische Tafelrunde galt. Der Tisch ist erwiesenermaßen ein Nachbau, er wird auf das 13. Jahrhundert datiert. Sie hat 25 mit Namen bezeichnete Plätze und einen Durchmesser von fünf Metern. Leider konnte ich keine Übersetzung der Namen finden.

Da die Anzahl der Ritter der Tafelrunde und ihre Namen in verschiedenen Geschichten verschiedener Autoren stark variieren sind hier nun nur ein paar erwähnt:

Bedivere/Bedwyr - Bors - Gaheris - Galahad - Gareth - Gawain - Geraint/Gereint - Iwein - Keie/Kay/Cei - Lamorak - Lancelot - Mordred - Parzival - Tristan/Tristram - Agravaine - Griflet - Hector de Maris - Lionel - Lucan - Owein - Palamedes - Pellinore - Peredur - Safir