Die Legende von Avalon

artus-sage - personen


Ich habe mich wirklich bemüht den einzelnen Personen, die eine wichtige Rolle in der Artus-Sage einnehmen, einen "echten" Charakter zuzuschreiben. Ebenso versuchte ich die einzelnen "Erweiterungen" der Charaktere zeitlich zu bestimmen und ihre "Erschaffer" zu benennen. Ich kann nur sagen: Nicht machbar ohne die originalen Manuskripte vergangener Jahrhunderte zu studieren. Trotz allem erschien es mir wichtig ein zumindest halbwegs "richtiges" Bild der verschieden Menschen aus Artus Umfeld darzustellen. Was sich jedoch, in Anbetracht meiner fehlenden Englischkenntnisse und der Tatsache diverser doch sehr unterschiedlicher Versionen und Interpretationen, auch als schier unmöglich herausstellte. Hier nun trotzdem mein Versuch etwas Ordnung in diesen Bereich zu bringen.
Anmerkung: Diese Seite ist noch im Aufbau. Da die Erstellung der einzelnen "Profile" doch sehr zeitaufwendig ist, ich aber mein "Avalon" endlich online stellen möchte, wird sie erst im Laufe der Zeit nach und nach erweitert....


Morgan le Fay (Morgên y Dylwythen Deg) auch: morgen/morgaine/morgana


Morgen erscheint erstmals namentlich in "Vita Merlini", geschrieben von dem normannisch-walisischen Geistlichen Geoffrey von Monmouth um 1150. Er arbeitet einige Episoden aus seinem früheren Werk "Historia Regum Britanniae" (1136) aus. In diesem hatte Geoffrey geschrieben, das König Artus, der in der Schlacht von Camlann von Mordred schwer verwundet wurde, zur gesegneten Apfelbauminsel Avalon gebracht wird, um geheilt zu werden.

In "Vita Merlini" beschreibt Geoffrey diese Insel nun genauer und nennt Morgen als die Anführerin der neun magischen Schwestern, die dort leben und regieren. Morgen stimmt zu, Artus, der ihr von Taliesin übergeben wurde, mitzunehmen, um ihn wiederbeleben zu lassen. Sie und ihre Schwestern sind in der Lage, sich zu verwandeln und zu fliegen, und setzen ihre Kräfte scheinbar nur zum Guten ein. Morgen soll auch eine gelehrte Mathematikerin gewesen sein und ihren Schwestern, deren Namen als Moronoe, Mazoe, Gliten, Glitonea, Gliton, Tyronoe, Thiten und Thiton aufgeführt sind, Astronomie und Astronomie beigebracht haben.

"Die Erste unter ihnen ist geschickter in der Heilkunst und übertrifft ihre Schwestern auch an Schönheit. Morgen ist ihr Name, und sie hat gelernt, welche nützlichen Eigenschaften alle Kräuter enthalten, damit sie die Körperkrankheiten heilen kann. Sie weiß auch die Kunst, ihre Gestalt zu verändern und wie Daedalus auf fremden Flügeln durch die Luft zu fliegen, wenn sie will, ist sie jetzt in Brest (Brisiti), bald in Chartres (Carnoti), bald in Pavia (Papie); und nach Belieben gleitet sie vom Himmel herab auf deine Ufer. (...) Morgen empfing uns mit gebührender Ehre. Sie legte den König in ihr Gemach auf ein goldenes Bett, legte mit ihrer edlen Hand seine Wunde frei und betrachtete sie lange. Endlich sagte sie, er könne geheilt werden, wenn er nur lange bei ihr bleibe und ihre Behandlung annehme. Daher haben wir den König gerne in ihre Obhut übergeben, und breiteten auf der Rückreise die Segel bei günstigen Winden aus."
(Von mir mit Google-Übersetzer aus dem Englischen übersetzt)

Der französische Dichter Chrétien de Troyes aus dem 12. Jahrhundert erwähnt sie bereits in seinem ersten Roman "Erec und Enide", der um 1170 fertiggestellt wurde. Dort heißt es, Artus hätte dem verwundeten Helden Erec einen heilenden Balsam von Morgue zur Verfügung gestellt. Des weiterem taucht Morgain, la fee, als die Freundin von Guigomars, der Herr der Isle of Avalon, auf. Chrétien etabliert sie als Arthurs übernatürliche ältere Schwester, die sich in der Heilkunst versteht (?).
Anmerkung: In der englischen "Übersetzung" bekommen beide Frauen den Namen Morgan.


Auch wenn sie oft als Artus Feindin dargestellt wird, so hatte sie in ihren ersten Erwähnungen keinerlei böse Züge


In der deutschen Version von "Erec" von Hartmann von Aue aus dem 12. Jahrhundert wird Erec von Guinevere (Ginover) mit einem speziellen Pflaster geheilt, das Artus von der Schwester des Königs, der Göttin Feimurgân geschenkt wurde:

"Als sie anfing, ihre magischen Kräfte zu demonstrieren, hatte sie sehr bald die Welt umrundet und war wieder zurückgekommen. (...) Sowohl in der Luft als auch auf der Erde konnte sie in aller Ruhe schweben, auf den Wellen und unter ihnen. Es war ihr völlig gleichgültig, ob sie im Feuer lebte oder, ebenso unbesorgt, im Tau. (...) Magie, und ihr Leben stand im Widerspruch zu Gott, denn zu ihrem Befehl standen die Vögel in der Wildnis, in den Wäldern und Feldern, und das, was mir am größten scheint, diese bösen Geister, die Teufel genannt werden - sie standen alle unter ihrem Befehl. Sie war durchaus zu Wundern fähig, denn Drachen mussten aus der Luft Unterstützung in ihre Angelegenheiten bringen, ebenso wie die Fische im Meer. Außerdem hatte sie Verwandte tief in der Hölle: Der Teufel war ihr Begleiter. Er schickte ihr Hilfe, sogar aus dem Feuer, so viel sie wollte. Und was immer sie von dieser Erde haben wollte, nahm sie ohne Gefahr in ausreichendem Maße für sich. Die Erde trug keine Wurzel, deren Kraft ihr nicht so vertraut war wie mir mein Handrücken. (...) Diese Erde hat nie eine bessere Meisterin der Zauberkünste bekommen als Feimurgân."
(Von mir mit Google-Übersetzer aus dem Englischen übersetzt)
Anmerkung: Feimurgan soll das Pflaster lange vor ihren Tod übergeben haben, sie lebt zu der Zeit Erecs nicht mehr. Und Guigomars (Gimoers) Feenfreundin heißt Marguel.

In den wenigen erhaltenen Versen des altfranzösischen Gedichts "Merlin", im späten 12. Jahrhundert oder frühen 13. Jahrhundert geschrieben, das zwischenzeitig dem französischen Ritterdichter Robert de Boron zugeschrieben wurden, wird Morgaine als uneheliche Tochter von Igraine mit einem namenlosen Herzog von Tintagel beschrieben. Auch ihr Erlernen von Zauberei, nachdem sie zu einer Ausbildung weggeschickt wurde, wird erwähnt. Dieses Gedicht soll als Originalquelle für den Vulgata-Zyklus und damit auch für den Post-Vulgata-Zyklus dienen.
Erst durch den Vulgata-Zyklus, fünf höfischen Romanen, auch bekannt als Lancelot-Gral-Zyklus, die im 12. und 13. Jahrhundert auf altfranzösisch verfasst wurden, und insbesondere seine anschließende Neufassung, dem sogenannten Post-Vulgata-Zyklus, wird aus ihr eine böse Hexe und ihre Rolle in der Artus-Sage wird stark erweitert. Diese Werke sind die ersten, die Morgaines komplette Geschichte erzählen, wenn auch in verschiedenen Versionen. Sie wird viel unheimlicher und aggressiver dargestellt als zuvor von Geoffrey oder Chrétien, und sie wird zu einer Gegenspielerin von Artus gemacht.

Als Tochter von Igraine und deren erstem Ehemann Gorlois von Cornwall ist sie Artus ältere Halbschwester. Nachdem sie in ein Kloster geschickt wurde, lernt sie Merlin kennen, der ihr all seine Zauberkünste beibringt. Guiomar, Guineveres Cousin, wird ihr Geliebter, doch nachdem Guineveres davon erfährt, beendet er die Affäre. Das führt dazu, dass Morgaine langsam eine Abneigung gegen Guinevere, Artus und seine Rittern entwickelt. Mehrmals schmiedet sie Pläne gegen ihren Halbbruder, doch am Ende ist sie diejenige, die Artus leblosen Körper vom Schlachtfeld nach Avalon bringt.
Spätere Erzählungen fügen noch einiges hinzu: Morgaine wird die Ehefrau von König Urien und sie hat mit ihm einen Sohn namens Yvain (Owain). Ihre Ehe ist keine sehr glückliche, Morgaine versucht einmal, ihren Ehemann zu ermorden, wird aber von ihrem Sohn aufgehalten. Immer wieder schmiedet sie Pläne gegen ihren Bruder, raubt sogar seine Schwertscheide, die ihn unverwundbar macht, und wirft sie in einen See. Doch jedes Mal ist sie es, die Artus nach Avalon bringt.

Sir Thomas Malorys fügt in seinem Werk "Le Morte d'Artus" (um 1470) fügt noch weitere Dinge hinzu: Morgaine bekommt zwei Schwestern, Morgause und Elaine.

Moderne Interpretationen geben Morgaine auch gerne den Part als Mordreds Mutter, obwohl dieser in der Sage Morgause zuzuschreiben ist. In einigen modernen Interpretationen taucht Morgaine auch als "Vertreterin" der alten Religion, also des Heidentums auf, das sich im Konflikt mit dem Christentum befindet.